GLP TWYN verbinden Bühne und historische Kulisse beim Klassiktheaterfestival in Mérida
Lichtdesigner Nicolás Fischtel setzt den Dual-Face-Moving-Head von GLP bei „Bacanal“ für Schauspiel, zeitgenössischen Tanz und Architekturbeleuchtung ein
Lichtdesigner Nicolás Fischtel (AAIV) setzte bei der diesjährigen Ausgabe des Festival Internacional de Teatro Clásico de Mérida in der spanischen Region Extremadura GLP TWYN Dual-Face-Moving-Heads für die Produktion Bacanal ein. Da die möglichen Lichtpositionen im denkmalgeschützten Römischen Theater von Mérida stark eingeschränkt sind, musste jede verfügbare Position gleich mehrere Aufgaben erfüllen. „Ich brauchte eine kompakte, leichte und vielseitige Leuchte, die von derselben Position aus mehrere Funktionen übernehmen kann“, erklärt Fischtel, der sowohl für das Lichtdesign als auch für die technische Koordination der Produktion verantwortlich war.
Das Festival fand 2026 bereits zum 72. Mal statt. Das Römische Theater von Mérida, dessen Ursprünge bis ins Jahr 15 v. Chr. zurückreichen, wird vom Konsortium der Monumentalstadt Mérida mit besonderer Sorgfalt verwaltet. Auch der Einsatz von Lichttechnik ist streng reglementiert: Scheinwerfer dürfen ausschließlich an definierten Positionen installiert werden.
Zwischen Schauspiel und Tanz
Für Bacanal waren diese Einschränkungen besonders relevant. Die von Chevi Muraday inszenierte und choreografierte Produktion mit einem Text von Juan Carlos Rubio verbindet Schauspiel und zeitgenössischen Tanz – und damit zwei sehr unterschiedliche Anforderungen an das Lichtdesign.
„Das Licht musste zwischen einem eher konventionellen Ansatz für die gesprochenen Passagen und einer mutigeren, weniger klassischen Gestaltung für den Tanz wechseln“, sagt Fischtel.
Die Wash-Seite des TWYN mit ihrem 3×3-RGBL-Array und einem Zoombereich von 4° bis 53° setzte Fischtel vor allem als Gegenlicht ein. Je nach Szene wechselte er zwischen großflächigen Washes und engeren Akzenten. Die neun einzeln ansteuerbaren Zonen und die verfügbaren Makros boten zusätzliche pixelbasierte Möglichkeiten für die dynamischeren Tanzpassagen.
Bühne und Architektur von derselben Position aus beleuchtet
Auf der vom JDC Burst 1 inspirierten Rückseite des TWYN nutzte Fischtel die RGBL-LED-Flächen, um die römische Architektur hinter der Spielfläche farbig auszuleuchten. Gerade in Mérida kommt diesem Aspekt besondere Bedeutung zu: Die monumentale „scaenae frons“, die historische Bühnenfassade im Hintergrund, ist fester Bestandteil des visuellen Gesamteindrucks.
Da beide Seiten des TWYN gleichzeitig eingesetzt werden können, ließ sich mit der Wash-Seite das Gegenlicht auf der Bühne erzeugen, während die LED-Flächen zugleich die historische Architektur illuminierten – alles von denselben, streng vorgegebenen Scheinwerferpositionen aus.
Antike Bacchanalien treffen auf elektronischen Rave
Eine weitere Stärke des TWYN kam im Finale des Stücks zum Tragen. In Anlehnung an die Bacchanalien der römischen Antike endet die Inszenierung in einem modernen elektronischen Rave. Hier, so Fischtel, konnten die Scheinwerfer ihre ganze Bandbreite zeigen.
„Der Strobe erzeugt eine starke Wirkung und hat reichlich Leistung. Gleichzeitig steht eine große Zahl an Makros mit unterschiedlichen Effekten zur Verfügung, die sich sehr einfach auswählen lassen“, erklärt er.
Über die gesamte Produktion hinweg ließen sich Wash, LED-Flächen und Strobe unabhängig voneinander einsetzen oder miteinander kombinieren. So übernahmen dieselben Scheinwerfer Aufgaben vom klassischen Gegenlicht über die Architekturbeleuchtung und pixelbasierte Looks bis hin zu kraftvollen Strobe-Effekten.
Auch die mechanischen Eigenschaften des Dual-Face-Moving-Heads überzeugten Fischtel. „Das ist ein sehr robuster und kompakter Scheinwerfer mit hoher Leistung in allen Funktionen und einem sehr schnellen, endlosen Pan und Tilt“, sagt er.
TWYN jenseits von Konzert und Club
Mit Bacanal kommt TWYN in einem deutlich anderen Umfeld zum Einsatz als den Konzert- und Clubanwendungen, für die der Dual-Face-Moving-Head ursprünglich konzipiert wurde. In Mérida zeigte sich, wie gut sich das Konzept auch auf Schauspiel und zeitgenössischen Tanz übertragen lässt: Bühnen- und Architekturbeleuchtung konnten von einer einzigen Position aus miteinander verbunden werden – bis hin zum elektronischen Rave-Finale der Produktion.
„GLP TWYN hat uns in jeder Hinsicht voll überzeugt“, fasst Fischtel zusammen.