Licht für laute Töne: GLP JDC Burst 1 und MAD MAXX beim Reload Festival
Mit Judas Priest, In Flames und Arch Enemy an der Spitze des Line-ups erlebte das Reload Festival in Sulingen 2026 seine bislang größte Ausgabe
20.000 Besucher kamen vom 13. bis 15. August zu dem zwischen Metal, Hardcore und Punk verorteten Festival. Auf der Impericon Mainstage gehörten 24 GLP JDC Burst 1 und acht MAD MAXX zum Festivaldesign von Christie Lites – und bekamen es mit Bedingungen zu tun, die selbst der erfahrene Designer Toto Bröcking so noch nicht erlebt hatte. „Da stand eine 15 Meter hohe Staubglocke über dem Festival“, erinnert er sich. „Die Lampen sahen hinterher aus wie nach einer Wüstendurchquerung – aber wir hatten nicht einen Ausfall.“
Für die Impericon Mainstage verantwortete Christie Lites unter Projektleiter Michael Casper Licht, Video, Rigging-Material und das Preprogramming Studio. Auch das Festivaldesign stammt seit vielen Jahren aus dem Hause Christie Lites: Bröcking entwickelt das Setup und übernimmt zugleich die Abstimmung mit den Bands. Seit 2019 begleitet er das Reload und kennt damit die besondere Aufgabe eines solchen Designs genau: Es muss der Mainstage einen eigenen visuellen Rahmen geben, gleichzeitig aber so offen bleiben, dass wechselnde Produktionen es ohne Umwege in ihre Shows übernehmen können.
Mehr Freiheit im Patch
„Die JDC Burst 1 waren hinten gleichmäßig im Rigg verteilt“, beschreibt Toto Bröcking das Design. „Sie dienten als klassische Strobes, gleichzeitig konnten wir mit Hilfe der LED-Plate dem Set nach oben einen optischen Abschluss geben.“
Technisch verbindet der JDC Burst 1 eine segmentierte Weißlicht-Strobe-Line mit zwei großflächigen RGBW-Plates. Zwölf einzeln steuerbare Strobe-Segmente treffen auf 48 Plate-Segmente – entsprechend weit reicht die Spanne vom massiven Strobe bis zu differenzierten Farb- und Flächeneffekten. Beim Reload nutzte Bröcking genau diese Doppelfunktion: Strobe-Punch für die Show, Fläche für die Architektur des Festivaldesigns.
Für Michael Casper ist der JDC Burst 1 dabei vor allem die zeitgemäße Fortsetzung eines vertrauten Werkzeugs. „Für mich ist er der logische Nachfolger der JDC1: mehr Output, ein richtig gutes Weiß und das Ganze mit einem sehr einfachen Handling.“
Gerade letzteres spielt im Festivalbetrieb eine entscheidende Rolle. Der JDC Burst 1 kann im umfangreichen Mode in das Festivaldesign eingebunden werden, ohne dass Gast-LDs diese Funktionstiefe zwingend übernehmen müssen. Multi-Patch- und Legacy-Möglichkeiten erlauben es, das Fixture so anzulegen, wie es zur jeweiligen Show passt.
„Ich kann das Fixture im größten Mode im Dach hängen haben, und ein Gast-LD patcht trotzdem nur das kleinste Fixture, wenn das besser zu seiner Show passt“, sagt Bröcking. Die vorhandene Programmierung muss sich damit nicht dem Festival-Setup unterordnen – vielmehr kann sich das Setup an die jeweilige Produktion anpassen.
Dass der JDC Burst 1 zugleich IP65-zertifiziert ist, war bei der Auswahl übrigens kein ausschlaggebender Punkt, denn die Scheinwerfer hingen allesamt sicher unter dem Dach. Und dennoch sollte sich die IP-Zertifizierung an diesem Wochenende noch als überaus sinnvoll erweisen …
GLP MAD MAXX für die späten Shows
Die acht MAD MAXX waren bewusst kein gesetzter Teil des Designs. Den später am Abend spielenden Bands wurden sie als zusätzliche Option angeboten.
Der LED-FatBeam MAD MAXX erzeugt aus 19 einzeln steuerbaren LED-Beams einen rund 750 Millimeter breiten Beam, der sich sowohl für massive Looks als auch für segmentierte Effekte nutzen lässt. Zugleich arbeitet das Fixture ohne Laserquelle, was im eng getakteten Festivalbetrieb mehr als eine technische Randnotiz ist.
„Die Produktionen waren von der einfachen Handhabung und davon, dass sie sich um keine Sicherheitsabstände kümmern mussten, durchweg begeistert“, berichtet Casper.
Damit fügte sich der MAD MAXX genau in die Arbeitsweise ein, die auch hinter dem übrigen Setup stand: Christie Lites stellte den Produktionen zusätzliche Möglichkeiten bereit, ohne daraus zusätzlichen organisatorischen Ballast zu machen.
Staubprobe inklusive
Den härtesten Test für das Material lieferten schließlich nicht die Bands, sondern das Wetter und das Festivalgelände selbst. Vor allem am Freitag herrschte zeitweise völlige Windstille – und der trockene Boden verwandelte das Gelände in eine Staubkulisse, die auch der festivalerprobte Bröcking so noch nicht erlebt hatte.
„Da stand eine 15 Meter hohe Staubglocke über dem Festival“, erinnert er sich. Für die MAD MAXX hatte das einen willkommenen Nebeneffekt: Ihre breiten Beams zeichneten sich in der dichten Luft umso deutlicher ab. „Dem Look der MAD MAXX hat das richtig gutgetan.“
Dennoch waren die Bedingungen für das gesamte Material eine Herausforderung. Umso besser, dass JDC Burst 1 nach Schutzart IP65 gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt ist und die harten Outdoor-Bedingungen dank IP66 auch dem MAD MAXX nichts anhaben konnten.
Fast ebenso gefragt wie die Lichttechnik war deshalb ein deutlich unscheinbareres GLP-Produkt: Bröcking hatte einige der GLP-Pultpinsel mitgebracht, mit denen sich Konsolen und Arbeitsflächen vom Staub befreien ließen. „Die brachten an dem Wochenende viele Augen zum Leuchten“, sagt Bröcking abschließend.
Das Reload Festival 2027 findet vom 12. bis 14. August 2027 statt. Als Headliner sind bisher Electric Callboy und Heaven Shall Burn bestätigt.