Zum Hauptinhalt springen
19. Oktober 2026

Vom Hybrid-Strobe zum Architekturlicht: 24 GLP TWYN prägen Aloks Headline-Show in der Londoner O2 Academy Brixton

Für Aloks Show „Rave the World“ in der O2 Academy Brixton baute Lichtdesigner und Show Director Alexander Hesse von A Light Production das Rig um 24 GLP TWYN herum

Zusammen mit 12 GLP JDC1 hingen sie an einer einzigen Traverse hinter dem brasilianischen DJ. Das Design war eine bewusste Abkehr vom Maßstab seiner großen Produktionen. Über weite Strecken des Abends erfüllten die TWYN dabei eine ungewohnte Aufgabe für ein Hybrid-Strobe: „Mit dem TWYN ließ sich die Bühne sehr gut formen. Ich habe ihn eher als Dekolicht eingesetzt statt ihn nur als Strobe zu nutzen oder aufs Publikum zu richten“, sagt Hesse.

Hesse ist Creative und Show Director bei A Light Production. Seit fünf Jahren ist er Aloks Lichtdesigner und Operator. Die Zusammenarbeit begann 2020 im Lockdown, als er auf den Künstler zuging, und führte zur ersten gemeinsamen Show beim Untold Festival in Rumänien. Seine Verbindung zu GLP reicht noch weiter zurück. Um 2017 lernte er Mark Ravenhill und die ersten GLP-Scheinwerfer kennen. Zunächst arbeitete er mit JDC1 sowie den impression X4 Bars.

„Alle haben mit Beams gearbeitet, sämtliche EDM-Künstler. Und das hier war ein flacher, linearer Scheinwerfer mit Einzelsegment-Steuerung und Zoom. Das war etwas völlig anderes als das, was in dem Bereich bis dato eingesetzt wurde“, so Hesse. „Kreativ konnte ich ihn ganz anders nutzen. Ich konnte Videocontent und Bitmaps auf die Lampen legen, statt sie nur für eine bestimmte Interaktion mit dem Publikum einzusetzen.“

Brixton Academy: klein, aber legendär

Den Rahmen für dieses jüngste Alok-Projekt mit GLP setzte Brixton selbst. In der O2 Academy fällt der Zuschauerraum zur Bühne hin ab, das Publikum blickt von oben auf das Geschehen. Für eine EDM-Show ist das ein sehr intimer Ort, und das Haus steckt voller Geschichte.

Hesse beschreibt die Rolle der Venue so: „Jeder in Großbritannien weiß, dass man dort anfängt. Jede neue, aufstrebende Band beginnt dort. Der nächste Schritt ist der Alexandra Palace, und danach geht es wahrscheinlich in die O2 Arena. In der Brixton Academy steckt so viel Geschichte. Die Academy ist recht intim und schon älter, aber sie macht einfach Spaß.“

Reduktion statt Netzhautermüdung

Ungewöhnlich in Aloks Kalender war diese Show vor allem, weil sie sich so stark zurücknahm. Seine größte Produktion, die Pyramid Show, lief in Brasilien rund um eine 30-Meter-Pyramide mit etwa 500 Scheinwerfern, 1.500 Drohnen, Pyrotechnik und Lasern. „Rave the World“ in Brixton war als Gegenentwurf dazu konzipiert, und das aus einem bestimmten Grund.

„Die Pyramid Show ist ziemlich überstimulierend. Ich würde von Netzhautermüdung sprechen, so überwältigend ist sie“, sagt Hesse. „Die Show in der Brixton Academy bleibt cool, aber sehr minimalistisch, und sie versucht nicht, den Leuten die Augen wegzubrennen.“

Hinter dieser Entscheidung steht eine Veränderung, die Hesse im Tourneegeschäft beobachtet hat. Er beschreibt ein Publikum, das die Show zunehmend filmt, statt zu tanzen. Das Konzept für Brixton baute auf der Idee auf, dass die Menschen den Moment bewusster erleben könnten.

„Alok wollte sich stärker auf die Musik konzentrieren. Die heutigen Shows unterscheiden sich von den früheren. Viele Leute haben aufgehört zu tanzen, und alle filmen nur noch. Mir ist es lieber, wenn die Leute wirklich genießen, was da passiert. Sonst fühlt es sich nicht wie ein Konzert an, sondern eher wie eine Kunstausstellung. In der Show in Brixton geht es darum, im Raum präsent zu sein und auf eine andere Art Teil der Show zu werden.“

Die Frage dahinter spitzt Hesse noch weiter zu: „Es gibt diese Redewendung: Steigt man auf den Berg, um die Welt zu sehen, oder damit die Welt einen sieht? Ich gehöre zu denen, die lieber die Welt sehen wollen, als von den Leuten gesehen zu werden.“

Backlight statt Strobe

Das Rig spiegelte diesen Ansatz wider. Alle Scheinwerfer auf der Traverse hinter Alok saßen in einer einzigen Struktur. Entlang der Oberkante hingen zwölf GLP TWYN, entlang der Unterkante zwölf weitere, dazwischen zwölf JDC1. Sechs JDC Line 1000 waren an anderer Stelle im Design platziert. Über dem Künstler hing eine Box von zehn Metern Breite und drei Metern Höhe, Alok stand direkt darunter.

Der TWYN vereint zwei Lichtsysteme in einem doppelseitigen Moving Head. Auf der einen Seite sitzt ein vom Creos abgeleitetes Washlight, auf der anderen ein vom JDC Burst 1 abgeleiteter Strobe mit LED-Plate. Hesse nutzte vor allem die Wash-Seite und richtete den Scheinwerfer überwiegend vom Publikum weg.

„Ich wollte ein Backlight. Der TWYN ist ein großartiges Backlight. Wenn man den Scheinwerfer kippt, macht man von hinten die Silhouette der Box sichtbar und bezieht auch den Raum mit ein“, sagt Hesse. „Ich habe damit die Brixton Academy selbst beleuchtet, die Säulen und die Rückseite der LED-Wand. So entsteht diese schwarze Silhouette der Box, die in der Luft zu schweben scheint.“

Das Pult als Instrument

Gefahren wird die Show auf einer grandMA3. Alok liefert Tracks, die Hesse mit Timecode versieht. Ein großer Teil des Sets bleibt jedoch offen, damit der Künstler improvisieren und auf den Raum reagieren kann. Alles fest an eine Timeline zu binden, kommt deshalb nicht infrage. Hesse hat das Pult stattdessen als eigenständiges Instrument eingerichtet. Er spielt es wie ein Pianist die Tasten, statt eine feste Sequenz abzufahren.

Da das Design stark videogetrieben ist, kam es nicht nur darauf an, wo die Scheinwerfer hingen, sondern ebenso darauf, wie ihre Pixel im Pult organisiert waren. Die Steuerattribute des TWYN lösten das problemlos.

„Der Scheinwerfer bot alle Optionen, die man braucht: Tilt Invert, Pixel Invert, Segment Invert, White Cell Invert“, erklärt Hesse. „Was die Anordnung der Pixel angeht, ist die Show sehr videobasiert, deshalb lief alles wirklich reibungslos. Ich musste kaum Zeit in die Ausrichtung der Scheinwerfer stecken. Das war ganz unkompliziert.“

Der Künstler selbst lobte genau das, worauf das Design ausgelegt war.

„Alok war begeistert von der architektonischen Anordnung der Lampen, von den verschiedenen Positionen, Grundlooks und von den unterschiedlichen Gruppierungen“, berichtet Hesse. „Es hat ihm wirklich sehr gefallen.“

Kategorie
Konzert & Touring
Lichtdesign
Beteiligte Produkte
Bilder
Vom Hybrid-Strobe zum Architekturlicht: 24 GLP TWYN prägen Aloks Headline-Show in der Londoner O2 Academy Brixton
Bilder: Clément Protin
Vom Hybrid-Strobe zum Architekturlicht: 24 GLP TWYN prägen Aloks Headline-Show in der Londoner O2 Academy Brixton
Bilder: Clément Protin
Vom Hybrid-Strobe zum Architekturlicht: 24 GLP TWYN prägen Aloks Headline-Show in der Londoner O2 Academy Brixton
Bilder: Clément Protin
©2026 GLP German Light Products GmbH. All rights reserved.