GLP begleitet den Wu-Tang Clan auf seiner „Final Chamber European Tour“
79 JDC Burst 1 Strobes und 36 impression X5 Bar 1000 liefern Flexibilität, Durchsetzungskraft und Geschwindigkeit für eine denkwürdige Abschiedstour
Als der Wu-Tang Clan im Frühjahr mit der „Final Chamber European Tour“ durch die Arenen Europas zog, stand das Kreativteam vor einer Aufgabe, die gleichsam gestalterische Herausforderung wie kulturelle Verantwortung war. Die Tour war als letzte Europatournee der Formation angekündigt und sollte mehr als drei Jahrzehnte musikalischen Einfluss würdigen, ohne museal zu wirken. Die Show musste lebendig und zeitgemäß sein und ihre Wucht bis in die hintersten Ränge entfalten. Die Lösung lag in einem präzise entwickelten Lichtdesign, bei dem unter anderem 79 GLP JDC Burst 1 und 36 GLP impression X5 Bar 1000 zum Einsatz kamen.
Das Lichtdesign verantwortete Ben Walton unter der kreativen Leitung von Jen Bui. Jack Cannon übernahm die Aufgaben des Lighting Directors und Programmers. Das Produktionskonzept griff die tief in der Identität des Wu-Tang Clan verwurzelte Shaolin- und Tempelästhetik auf und übersetzte sie in eine visuelle Welt aus klaren linearen Strukturen, atmosphärischer Tiefe und eruptiver Energie. Eine gebogene LED-Wand und eine torartige Bühnenarchitektur bildeten das Zentrum des Setdesigns. Das Licht hatte die Aufgabe, diese Welt über die Bühne hinaus zu erweitern, die Performer zu rahmen und das Publikum bis in die hintersten Ränge in die Show hineinzuziehen.
„Der gestalterische Ansatz beruhte auf denselben Qualitäten, die auch viele Wu-Tang-Tracks so stark machen: Einfachheit, Raum, Gewicht und Intention“, sagt Walton. „Jen Bui hatte die Vision einer großen, tempelartigen Bühnenwelt aus gebogener LED-Fläche und szenischen Elementen. Meine Aufgabe als Lichtdesigner war es, diese Welt über die LED-Fläche hinaus fortzuführen und den Raum darum mit Licht, Atmosphäre und Bedeutung zu füllen.“
Das Lichtequipment wurde von PRG UK geliefert. Die 36 impression X5 Bar 1000 waren so positioniert, dass sie einen linearen Rahmen um die Downstage-LED-Fläche bildeten. Die 79 JDC Burst 1 kamen auf dem Bühnenboden rund um Künstler und Band sowie in den Bühnen- und Publikumstraversen zum Einsatz. Damit standen Walton zwei sehr unterschiedliche, aber einander ergänzende Werkzeuge zur Verfügung: die impression X5 Bar 1000 für klare geometrische Strukturen, das JDC Burst 1 für Energie und Durchsetzungskraft.
„Die impression X5 Bar 1000 war ein wesentlicher Bestandteil dieses Ansatzes“, erklärt Walton. „Wir haben sie genutzt, um lineare Architektur innerhalb des Riggs zu schaffen: scharfe Rahmen, Lichtkanten und Splitter, die die Tempelform definierten, die visuelle Sprache über die LED-Fläche hinaus verlängerten und sowohl über der Bühne als auch innerhalb der szenischen Bögen und Tore Atmosphäre aufbauten. Die Helligkeit und Klarheit der X5 Bar 1000 waren dafür besonders wirkungsvoll. Sie hielt die grafischen Konturen sauber und füllte den Raum zugleich auf sehr plastische Weise.“
Die impression X5 Bar 1000 ist eine lineare LED-Bar mit 18 RGBL-LEDs à 40 Watt. Sie verfügt über GLPs iQ.Gamut Farbalgorithmus – eine Colour-Management-Engine, die den Output an einem definierten Weißpunkt ausrichtet und dafür sorgt, dass Steuerdaten über alle Geräte hinweg in konsistente, präzise Farben umgesetzt werden. Das quadratische Linsendesign ermöglicht einen engen Abstrahlwinkel von 4,4 Grad und öffnet sich auf bis zu 63-Grad-Wash. Die patentierte schnelle Tilt-Bewegung von GLP und der nahtlose Pixelpitch zwischen mehreren Geräten machten die X5 Bar 1000 zu einer idealen Wahl für ein Design, das auf klarer Geometrie basiert.
„Wir brauchten ein bewegliches Bar-Fixture, um Lichtwände zu erzeugen, die seitlich an die LED-Fläche anschließen. Das einzige Gerät mit der passenden Farbwiedergabe und den richtigen photometrischen Eigenschaften war die impression X5 Bar 1000“, sagt Jack Cannon, Lighting Director und Programmer bei Cann Light. „Außerdem benötigten wir einen sehr leistungsstarken Strobe, der auch bei niedrigen Intensitäten eine hohe Farbqualität liefert. Wir haben das JDC Burst 1 maximal mit 20 Prozent Intensität gefahren und waren beeindruckt, wie satt die Farben dabei blieben.“
Das JDC Burst 1 bildete die zweite wesentliche Ebene der visuellen Sprache. Als hybrider LED-Strobe in der Tradition des GLP JDC1 und mit Einflüssen aus der Entwicklung des JDC2 IP kombiniert das Gerät eine in zwölf Segmente unterteilte weiße Strobe-Linie mit zwei RGBW-LED-Flächen und einem motorisierten 185-Grad-Tilt. Damit liefert das JDC Burst 1 die Intensität, um eine Arena bis in die hinteren Ränge zu erreichen. Bei niedrigeren Pegeln eröffnen die RGBW-Flächen zugleich eine Bandbreite an satten Farben und feinen Pastelltönen, die mit einem klassischen Strobe kaum erreichbar wäre.
„Das GLP JDC Burst 1 brachte die gegensätzliche, aber genauso wichtige Ebene in das Design: Energie, Direktheit und physische Präsenz“, sagt Walton. „Die JDC Burst 1 haben wesentlich dazu beigetragen, die Energie von Bühne und Publikum im gesamten Raum zu verbinden.“
Diese Reichweite war umso wichtiger, weil „The Final Chamber“ vollständig live gefahren wird – ohne Timecode und mit einer Setlist, die sich aus Dutzenden Songs in wechselnder Reihenfolge zusammensetzen kann. In einem solchen Umfeld kommt der Auswahl der Fixtures besondere Bedeutung zu.
„In einer live gefahrenen Show suche ich nach Geräten, die mit einem einzigen Hit sofort lesbar sind, aber auch Nuancen zulassen, wenn ich Übergänge, Chases, vielschichtige Texturen oder sich entwickelnde Farben aufbauen möchte“, erklärt Cannon. „Das JDC Burst 1 ist dafür besonders stark, weil es zwischen großer Energie und sehr präzisen Akzenten wechseln kann, ohne sich wie ein reiner Effekt-Strobe anzufühlen. Die X5 Bar 1000 ergänzten das ideal, weil sie szenisch und dynamisch zugleich arbeiten können. Sie sind schnell, klar lesbar und flexibel genug, um sowohl große hymnische Momente als auch engere, skulpturalere Looks zu unterstützen.“
Für Walton lag der Erfolg der Produktion letztlich in ihrer Konsequenz. Entscheidend war, die passenden Werkzeuge zu wählen – und sie dann gezielt einzusetzen, ohne die visuelle Sprache zu überladen. „Worauf ich besonders stolz bin, ist die Klarheit des Designs. Es hat die Bildsprache nicht unnötig verkompliziert. Wir haben Licht genutzt, um Raum, Atmosphäre, Energie und Verbindung zu schaffen – auf eine Weise, die dem Erbe und der Präsenz der Künstler gerecht wird.“